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08.02.2008 –  aus der Kategorie: Verband
Von: Armin Nemitz, Rheinischer Fischereiverband und Kernteam WFP NRW

Wanderfischprogramm NRW unterstützt rheinland-pfälzische Lachswiederansiedlung an der Sieg

Lachsweibchen aus der Kontrollstation Buisdorf (Foto: Gaby Schmidt-Heyder)

Seit dem Jahr 2000 unterhalten die Bundesländer Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz eine gemeinsame Kontrollstation für Wanderfische am Siegwehr Buisdorf. Der Betrieb wird vor Ort von der Bezirksregierung Arnsberg, dem Rheinischen Fischereiverband und der Sieg Fischerei-Genossenschaft Hennef koordiniert und fachlich von einem länderübergreifenden Ausschuss begleitet.

 

Die Anlage dient gleichermaßen dem Monitoring und der Entwicklung der Wanderfischbestände insbesondere des Lachses an der Sieg. Dazu werden die Rückkehrer an der Station nicht nur gezählt. Ein Teil von ihnen wird zu den Fischereidezernaten in Albaum sowie zum Lachszentrum Hasper Talsperre gebracht und dort künstlich zwischenvermehrt. Mittelfristiges Ziel ist die eigenständige, importunabhängige Eiversorgung auf der Basis von Rückkehrern und Süßwassereltern, den so genannten Genbankfischen. Die gewonnenen Eier sollen das Stützungsprogramm sichern.

 

Nach einer Phase der Stammumstellung konnten in der Saison 2007 erstmals wieder Lachseier im größeren Stil gewonnen werden. Fast 380.000 Augenpunkteier von Rückkehrern liegen derzeit zur Erbrütung in den genannten Zuchten auf. Das ist mehr als ein Drittel des gesamten Eibedarfs der Sieg und ihrer Zuflüsse. Grundlage war ein phantastischer Rekord: Allein in Buisdorf konnten 410 Lachse registriert werden, im restlichen Teil des rheinischen Siegeinzugsgebietes weitere 50. Dabei lassen zahlreiche Wiederfänge von unmarkierten Lachsen oberhalb Buisdorf den Schluss zu, dass nur rund 50 % der Aufsteiger gezählt wurden. Der Rest hat bei den Sommerhochwässern den Weg vorbei an der Anlage gefunden. Aus den Eiern sollen nun Sömmerlinge (Ein-Gramm-Parrs) für das Stützungsprogramm an der Sieg aufgezogen werden, ein weiterer Teil fließt in die „lebenden Genbanken“ nach Albaum und Haspe.

 

Auf der Basis des Besatzumfanges der letzten drei Jahre, der in Smoltäquivalente umgerechnet wurde, hätten Rheinland-Pfalz rund 60.000 Augenpunkteier von den Rückkehrern zugestanden. Da die Herkunft Ätran, die an der Sieg als Stammgrundlage dient, derzeit nur begrenzt verfügbar ist, hat sich das Wanderfischprogramm NRW mit seinen Partnern an der Sieg dazu entschlossen, den Anteil auf 100.000 aufzustocken, damit die rheinland-pfälzischen Kollegen ihr Stützungsprogramm weiter aufrecht erhalten können. Dies liegt im gemeinsamen Interesse, denn im dortigen Siegabschnitt und seinen Zuflüssen befinden sich ausgezeichnete Lachshabitate mit guten Produktionsraten. Dies kommt dem Gesamtbestand zu Gute und unterstreicht zudem das gemeinsame Ansinnen, in den länderübergreifenden Fragen zur Durchgängigkeit weiter voran zu kommen.

 

Die vertrauensvolle Zusammenarbeit aller Akteure und der sich daraus resultierende Erfolg an der Sieg bestätigt die Herangehensweise, ein Gewässersystem in seiner Gesamtheit zu betrachten und jenseits von politischen Grenzen gemeinsame Strategien für die Gewässerentwicklung sowie den Artenschutz zu verfolgen.

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